Geschichte

Erfahren Sie mehr über die geschichtlichen Hintergründe von Bremgarten. Wir zeigen Ihnen hier einen kurzen Abriss der Bremgarter Geschichte und empfehlen interessierten Besucherinnen und Besuchern einen Besuch im Stadtmuseum Bremgarten.

Ursprünge und Stadtgründung

Der Ortsname Bremgarten wurde auf verschiedene Wurzeln zurückgeführt, auf die Kelten und Römer, vor allem aber auf das althochdeutsche «brema/brâma» (Dornbusch/Brombeerstrauch). Auf der Hochterrasse der Reusshalbinsel gab es vor der Stadtgründung eine bäuerliche Siedlung namens «Vil-ingen». Im frühen 13. Jahrhundert errichteten die Habsburger einen Burgturm, danach entstand die städtische Siedlung Bremgarten als planmässige Anlage, zusammen mit der Reussbrücke.

Eidgenossen wider Willen

Zu Beginn übten die Habsburger die Stadtherrschaft aus. Bremgarter Truppen kämpften 1315 bei Morgarten und 1386 bei Sempach auf habsburgischer Seite gegen die Eidgenossen. 1415 eroberten die Eidgenossen den Aargau. Nach kurzer Belagerung kapitulierte Bremgarten, nachdem es zuvor noch Reichsstadt geworden war. Als Untertanenstadt konnte Bremgarten seine Selbstverwaltung behalten. Auch übte die Stadt die niedere Gerichtsbarkeit über das Kelleramt und weitere Dörfer der Umgebung aus. Im Alten Zürichkrieg schlug sich die Stadt auf die (falsche) zürcherisch-habsburgische Seite und lehnte ein Angebot der Eidgenossen ab, sich als selbständiger Ort der Eidgenossenschaft anzuschliessen. Bremgarten wurde mehrmals von eidgenössischen Truppen besetzt und kam 1712 unter gemeinsame Herrschaft von Bern, Zürich und Glarus. 1798 wurde Bremgarten dem helvetischen Kanton Baden eingegliedert; 1803 wurde die Stadt Bezirkshauptort im neu gegründeten Kanton Aargau.

15./16. Jahrhunder: Blütezeit

Bremgarten entwickelte sich zu einem wichtigen Marktort der Region Reusstal. Die städtische Wirtschaft war vom Handwerk geprägt. Die Einwohner hielten aber auch Vieh und bewirtschafteten Gärten, Rebberge und viel Wald. Die Bürgersöhne besuchten die städtische Lateinschule. Bekannte Namen sind Nikolaus von Wile, Humanist; der Chronist Wernher Schodoler, der Dichter Johannes von Al und der Reformator Heinrich Bullinger. Bremgarten erlebte während der Reformation eine turbulente Zeit. 1529 schlossen sich die Bürger dem neuen Glauben an; nach der Niederlage der Reformierten bei Kappel am Albis wurden Bremgarten und das Freiamt rekatholisiert.

17./18. Jahrhundert

Die Bürgerschaft schloss sich gegenüber Zuzügern vermehrt ab. Die politischen Ämter wurden unter den führenden Familien aufgeteilt. Aus einem Beginenhaus ging das Frauenkloster St. Klara hervor. Das Kapuzinerkloster am westlichen Ende der Reussbrücke entstand 1617. Seit 1889 dienen die Klosteranlagen und später erbaute Gebäude dem Kinderheim der St. Josef-Stiftung.

Aufbruch und Wandel

Nun wurden die Stadtmauern gesprengt, die Holzbrücke und die innerstädtische Durchgangsstrasse dem Verkehr angepasst. Mehrere Altstadthäuser, darunter das Spital, mussten weichen. Es
entstanden die Fahrstrassen über den Mutschellen und durch den Wohlerwald. Die Eisenbahn liess Bremgarten vorerst links liegen. 1876 wurde eine Normalspurlinie von Wohlen nach Bremgarten West gebaut. 1902 entstand die schmalspurige elektrische Strassenbahn vom Obertor nach Dietikon. Ein Jahrzehnt später wurden die beiden Bahnen miteinander verbunden.

Neue Industrien

Neue Industrien entstanden aus Gewerbebetrieben am Fluss. Die Bruggmühle wurde erst zur Baumwollspinnerei, dann zum Elektrizitätswerk. Aus der Papiermühle wurde eine Kartonfabrik; in der Au entstand eine Seidenweberei und später die Kunststofffabrik Georg Utz AG. In den 1950er Jahren wurde Bremgarten zum Waffenplatz der Genietruppen. Heute sind Einheiten der Katastrophenhilfe stationiert.
Aus dem 1000-Seelen-Städtchen ist eine Ortschaft mit über 7700 Einwohnern geworden. 2014 erfolgte der Zusammenschluss mit Hermetschwil-Staffeln. Eine grossräumige Umfahrungsstrasse entlastet die Altstadt seit 1994 vom Autoverkehr.

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